Bindung zwischen Intoleranz und Toleranz!

Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass frau die Kreationen Bindungsintoleranz bzw. Bindungstoleranz nicht immer sofort durchschaut, da diese Verwirrung doch gewollt ist und der Begriff Bindung selbst, auch beabsichtigt, mit reichlich Missverständnissen einhergeht.

Kleine Erklärung zum modernem Begriff der #Bindungsintoleranz:
Zunächst – Bindungstoleranz ist ein kreierter soziologischer Begriff, der es letztlich Müttern erschwert ihre Kinder zu schützen, wenn von außen in die Mutter-Kind-Bindung eingegriffen wird, um dieses Kontinuum nachhaltig zu stören! Das Wort Bindungstoleranz kommt scheinbar positiv daher, ist es jedoch nicht. Mit Bindungstoleranz – hier liegt der Begriffsschwerpunkt auf „Toleranz“ und nicht auf „Bindung“ – wird ein permanentes „Loslassen“ von den Müttern erwartet – ein so gar nicht menschenartgerechtes Verhalten.
Bindungsintoleranz jedoch bedeutet das Gegenteil und obwohl der Ausdruck Intoleranz ein negatives Verhalten suggeriert, sind hier die Mütter eigentlich auf der richtigen Seite, nämlich auf der ihren und der ihrer Kinder.
Unter Bindungsintoleranz ist demnach die evolutionär angelegte Bindung als Überlebensstrategie unserer Spezies zu verstehen. Die absurde Forderung Bindung zu relativieren oder zu ignorieren, um patriarchalen Maßstäben gerecht zu werden, fällt unter das diffus vorhandene, aber auf keinen Fall benannt werden dürfende Vater-Schutzprogramm.
Unsere derzeitigen völlig verdrehten sozio-kulturellen Normen erwarten von einer Mutter, dass sie sich inhuman verhält und in vorauseilendem Gehorsam jederzeit bereit ist, ihr Kind anderen zu überlassen! Der scheinbar makelbehaftete Begriff Bindungsintoleranz beschreibt also das natürliche und berechtigte Verhalten einer Mutter, die entscheidet, wem sie ihr Kind anvertraut und wie lange.

Bindung ist ein Naturereignis
Bindung ist ein hormonell ausgelöster ÜL-Effekt, der den Lebenserhalt des Nachwuchses garantiert. Der die biologisch determinierte Mutter-Kind-Bindung abbildet und sich im sozialen Verhalten einer vorhandenen Muttergruppe niederschlägt.
Es gibt nur relativ wenige Säugetierarten, die Mensch gehört dazu, wo sich ein essentieller Bindungseffekt über die Säuglingszeit hinaus erhält. Dass sich allerdings auch Bindungsgebaren im großmütterlichen Verhaltensprogramm zeigt, finden wir meines Wissens im Tierreich sonst nirgends vor.
Das Vorhandensein von Großmüttern, die noch weit über ihre sogenannte Fruchtbarkeit hinaus lebenden Frauen, ist ein einmaliger Effekt im Bereich der Säugetiere. Und ihre aktive Versorgung des Kindeskind (siehe Großmutterhypothese) ist bekanntermaßen auch eine evo-selektierte ÜL-Strategie. Statt dem, mit der Mutter nicht verwandten Vater (der Kinder), müsste eine konsanguine Großmutter mit einer jeden Mutter zusammenleben! (Danke für den Aufschrei)
Bindung ist also kein sozial antrainiertes Verhalten, sondern ein notwendiger Aspekt des (menschlichen) Lebens- und damit Arterhalts. Bindungstolerant im Sinne der heutigen soziologischen Auslegung zu sein, ist also purer Nonsens. Bindung kann nicht beliebig sein und lässt (bio)logischerweise kein, das Kindeswohl gefährdendes, Verhalten zu. Diese unsinnige Form einer geforderten Toleranz bedeutet, sich einem soziokulturellem Konzept zu beugen, dass einen nichtverwandten Mann in seiner Erscheinungsform als Vater favorisiert und für ihn eine Teilhabe am Kind einfordert.
Der uns innewohnende Drang zur Zugehörigkeit (eines unserer Überlebensbedürfnisse) lässt uns unbewusst immer nach unseren Bindungsangehörigen suchen, auch wenn diese nach derzeitiger kultureller Normierung im Alltag als entbehrlich ausgemustert wurden.
Die im Patriarchat strukturell vorgegebene Ausrichtung auf eine Lebensgemeinschaft im Paarformat, lenkt uns von unserem angeborenem Bindungsverhalten weg, hin zum ideellen Bündnis mit (einem speziellen oder verschiedenen) Nichtverwandten. Für viele moderne Menschen sind Freunde essentieller in ihrem Alltag, als konsanguine Angehörige – eine patriopathische Konditionierung. Die etablierte Norm für Erwachsene ist das Zusammenleben mit einem Sexualpartner, entwickelt als gesellschaftlicher Kodex, der das Nähebedürfnis, das einem jeden Menschenwesen eigen ist, entsprechen der patriarchalen Vorgaben kanalisiert.
Und nach wie vor schließt es die konsanguine Angehörigensippe aus und verheißt das Paradies in der Patrilokalität. Daher wurde/wird kurzerhand das ideelle Bündnis einer Ehe oder Partnerschaft zur einzig zulässigen Bindungsform erklärt. In dieser liegt lediglich eine gegenseitige Bereitschaftserklärung vor, die so heikle Zustände wie ewige Liebe und Treue (bis zum Tod) beinhaltet. Man geht eine Beziehung ein, die uns als innige (Ver)Bindung verkauft wird. Was erfahrungsgemäß auch bedeutet, dass die Protagonisten in dieser Paarbeziehung früher oder später überfordert sind, wenn nicht permanente Beziehungsarbeit geleistet wird. Vieles von dem, was heute unter dem Label „Bindung“ läuft, ist die pure Abhängigkeit, die dem verständlichen Wunsch nach Zu- bzw. Angehörigkeit und Zuwendung entspringt, der Sehnsucht nach dem, was allgemeinhin als Liebe bezeichnet wird.
In der naturgemäßen Bindung treffen sich Geborgenheit und Glücklichsein. Unsere Naturexistenz brachte ganz offensichtlich Das Glücklichsein hervor. Ein individueller und wahrscheinlich daher auch kollektiver Zustand, gespeist aus einer Tiefenentspanntheit, der sich einstellt, wenn wir uns geborgen wissen und unsere Sinne akzeptable Bedingungen wahrnehmen, die uns im Alltag nicht sofort in distressige Alarmzustände verfallen lassen. Glücklichsein und Distress auslösende Gefahrenwahrnehmung gehen nicht zusammen.
Zufriedenheit, Glücksempfinden, Geborgenheit, das Gefühl von Sicherheit und entspanntes Miteinander sind Grundeinstellungen im matrifokalen Kontext unserer Spezies. Wir können das, zwischen Mutter und Kind (weitgehend auch Geschwister) stattfindende Bindungsgeschehen, als eine arglose, zufriedene, glückselige Grundstimmung beschreiben, die sich regulatorisch auf die Mitmenschen des unmittelbar vorhandenen Nähefeldes auswirkt, welches wiederum das Schutzfeld, die Schutzsphäre, um Mütter und Kinder stellt. Das schützende Umfeld um die Mutter-Kind-Einheit verstärkt den Grundton des Bindungsgeschehen und führt zu entspannendem, glücklich machendem Eustress. Bindung ist ein unwillkürliches Naturgeschehen!

Stephanie Ursula Gogolin


(dieser Text enthält Auszüge aus dem Blogbeitrag: Das Menschenkind – Die Mutter-Tochter-Bindung
https://marthastochter.wordpress.com/2020/06/12/das-menschenkind-die-mutter-tochter-bindung/)

Ein Gedanke zu “Bindung zwischen Intoleranz und Toleranz!

  1. Nina Nowak

    Mal wieder fantastisch. Dem ist nicht hinzuzufügen. Es erklärt auch das Verhalten immer wieder ähnliche Co-Beziehungen einzugehen, um diese Bindung herzustellen. Was auch erklärt warum immer weiblichere Männer aufgesucht werden wo immer weniger Mütterlichkeit ist.

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