Wie alles begann – eine grundlegende Betrachtung zur Matrifokalität

Teil I der evolutionsphilosophischen Betrachtung: Matrifokales Kontinuum oder Postpatriarchat? – Müssen wir eine menschliche Zukunft neu erfinden oder besinnen wir uns auf unser artgerechtes Menschsein?

von Stephanie Ursula Gogolin
Lüneburg, September 2016

Wie alles begann … eine grundlegende Betrachtung zur lebendigen Matrifokalität

Das Leben auf unserer Welt ist ein Phänomen, das sich dadurch auszeichnet, dass es a) existiert und b) den immanenten (unwillkürlichen) Drang besitzt weiter zu existieren. Und um ‚weiter zu existieren‘ arrangiert sich jedwede Lebensform mit den gegebenen Umweltbedingungen und passt sich diesen permanent an oder wenn nicht, geht sie als Individuum und Spezies zugrunde.
‚Das Leben‚ ist das gigantische Spektrum an (organischen) Lebewesen, mit denen unser kleiner Planet überzogen ist – im Wasser, im Erdreich, auf dem Erdboden und in der Luft. So entstanden alle sich gegenseitig beeinflussenden Effekte, die ‚das Leben‘ in all seiner Vielfalt erhalten und überleben lassen. Ein vorhandenes Regulativ in diesem Zusammenhang ist die natürliche, also unwillkürliche Selektion – der dumme Zufall oder die Unvorhersehbarkeit – selbst in dem, uns scheinbar geordneten Chaos (Naturgesetze).

Das Leben hat sich die vorhandene materielle Grundausstattung der Erde, die physikalischen und chemischen Bedingungen und selbstredend alle kosmischen Einwirkungen (Sonne, Mond, Strahlung usw.) jeweils zu Nutze gemacht oder sich in seiner Existenz darauf abgestimmt. Es bildete sich das komplexe Erdeigene, sich ständig verändernde und auf allen energetischen Ebenen kommunizierende (Öko)System. Auch die sich durch das Leben selbst verändernden klimatischen Bedingungen werden zum (sozusagen eigenen) Vorteil genutzt und in das Anpassungssystem eingebaut. Wir könnten sagen „es“ änderte die Lebensbedingungen zum Wohl des gesamten Lebens (z.B. den Sauerstoffanteil). Und natürlich passierte es ohne eine dahinter stehende Absicht, ohne einen weitreichenden (Schöpfungs)Plan nur aus dem inneren Drang heraus als Individuum zu überleben (Selbsterhalt) und als aktuelle Art weiter zu bestehen (Arterhalt). Nichts ist hier dauerhaft oder dogmatisch.
Jedes Individuum ist einzigartig und das Fortbestehen eine ununterbrochene (epigenetische) Form der Anpassung und damit im Fluss einer steten Veränderung. Wir nennen es auch Evolution – ein sich wandelndes Da-Sein – unwillkürlich, komplex, kompliziert, ein Ablauf in der Zeit, der einfach geschieht. Auch wenn das für manche Zeitgenossen absolut nicht vorstellbar ist und diese von einer göttlichen und damit vorsätzlichen Intervention ausgehen, das Leben ist imho keine Schöpfung, sondern ein Geschehen. Und solange in dieser Welt kein Wesen versuchte einen steuernden Sinn, als das Leben selbst, dahinter zu suchen und zu dogmatisieren, war im evolutionären Sinn quasi alles in Ordnung.
Das Leben ist ein sich selbst organisierendes System und der systemimmanente Trieb der Anpassung ist somit eine naturgemäße permanente Reaktion der Artenvielfalt. Jedenfalls erwuchs daraus (und passte sich an und mutierte gelegentlich) der gesamte spezifische Arterhalt der jeweiligen Lebensformen. Auch die noch junge Art Mensch Homo sapiens, besitzt gegenüber den anderen eine besondere, eben eine arteigene, Strategie sich als Spezies zu ver- und zu erhalten. Hierbei dürfen wir jedoch nicht von einer solitären Eigenkreation ausgehen, sondern lediglich darin die Weiterentwicklung erkennen, die aus den vorangegangenen Erbteilen der Wesen hervorging, die sich schon seit Millionen von Jahren mit den Bedingungen auf unserem kleinen blauen Planeten arrangierten.

>>Wikipedia: Mensch, Homo sapiens, anatomisch moderner Mensch, einzige noch lebende Art der Gattung Homo … und … Als archaischer Homo sapiens (auch: früher anatomisch moderner Mensch) werden Fossilien der Gattung Homo bezeichnet, die ihrer Datierung und ihrem Erscheinungsbild nach als frühe, ursprüngliche („altertümliche“) Exemplare der Art Homo sapiens gedeutet werden.<<

Wir lebten Jahrtausende lang artgerecht … etwas anderes wäre auch gar nicht möglich gewesen!
Derzeit beschreibt (menschen)artgerecht vor allem die Tatsache, dass sich der moderne und im besonderen der patriarchal konditionierte Mensch immer weniger artgerecht verhält. Denn noch sieht sich der (patriarchale kulturgeformte) Mann weiterhin als die Krone einer obskuren Schöpfung und hier macht auch die patriarchal konditionierte Frau nicht wirklich eine Ausnahme. Sich über das naturgemäße ‚Biosein‘ zu erheben, mit Sätzen wie: ‚der Mensch ist mehr als nur seine Biologie, er ist auch Geist…‘ (ein gern geäußerter salopper Spruch) ist daher immer noch sehr beliebt. Als ob Geist keine Form der Biologie wäre.
Den Menschen schlicht und einfach als zugehörige Spezies der Säugetierwelt zu begreifen, thematisiert so man nicht gern. Und obwohl wir es längst wissen, dass wir unsere evo-biotische, also unsere lebendige Grundausstattung, von den voran gegangenen Arten quasi erbten, ist die evolutionäre Nähe zu den (nicht menschlichen) Tieren für manche schwer zu ertragen. Als Säugetierspezies Mensch erarbeiteten wir uns einst Fähigkeiten, die uns deutlich von anderen Arten unterscheiden und die unser Profil als derzeit letzte Menschenart ausmachen.

Wie alles begann
Der unbedingte Hang zur fürsorgenden Bindungsgemeinschaft (beider Geschlechter auf der Grundlage ihres konsanguinen* Angehörigsein), die Kooperation in den alltäglichen Verrichtungen zum Erhalt eines jedes in der Gruppe geborgenen Individuums und die (dadurch gewachsene) Intelligenz, hat uns, die Menschen, zu einer Art gemacht, die so ihre bestimmten Spezifika entwickelte und bewahrte.
Diese sind bis jetzt basal und greifen immer noch, also auch beim derzeitigen neo-evolutionären Menschen. Die natürliche und kulturell praktizierte Lebensweise der verschiedenen Menschenarten** war die angemessene sprich ‚artgerechte‘ Daseinsform, die als Lebensstrategie zur erfolgreichen Verbreitung führte. Fast zu erfolgreich, möchte frau manchmal meinen. Jedenfalls brachte die Menschenspezies immer genügend Nachwuchs hervor und schaffte es ihre Kinder erwachsen werden zu lassen, um als gesamte Art zu überleben und sich weiterzuentwickeln.

(* konsanguin bedeutet hier: verwandt durch Geburt in mütterlicher Linie
(** es gab, wie wir wissen, mehrere, von denen bis auf eine alle ausgestorben bzw. assimiliert sind

Dem Nachwuchs wurde in den, von der Mensch praktizierten Sozialgemeinschaften (Matrifokalität) die Gelegenheit gegeben sich nicht nur quantitativ sondern auch „qualitativ“, also intelligent, zu entwickeln. Das Aufziehen der Kinder und der Erhalt der sozialen Sippenstrukturen gelang wahrscheinlich um so erfolgreicher und nachhaltiger, je mehr die Mensch in fürsorgender Gemeinschaft und geschwisterlicher Kooperation Kulturtechniken ersann und anwendete. Das naturgemäß vorhandene (entstandene) Matrifokal erhielt sich offensichtlich um so besser, je mehr es sich innerhalb der menschlichen Fürsorgegruppen kultivierte.
Kulturerrungenschaften gingen (auch als epigenetische Konsequenz) als abrufbarer Effekt in den Intelligenzpool ein (z.B. kann quasi jedes Menschenkind lesen lernen). Auch andere (Tier)Arten verfügen über verschiedene Fähigkeiten, die beim Menschen schon als Kultur bezeichnet werden, wie zum Beispiel Tricks, die ihnen helfen besser an Nahrung zu kommen (Primaten, Rabenvögel). Raffinierte Nester sowie sichere Unterkünfte zu bauen, diente den Menschen ab einem gewissen Punkt sogar als Vorlage für eigene Strategien. Die Menschenspezies wuchs in und mit der vorhandene Naturvielfalt auf und es ist ein arteigenes Merkmal sich auch Überlebensstrategien anderer Spezies zu eigen zu machen. Sie guckten sich diese gezielt von anderen ab… denn Menschen können hervorragend nachäffen – der evolutionäre Vorteil unserer Spezies schlechthin.
(Die Epigenetik sorgt dabei für den Erhalt der hinzukommenden Fähigkeiten, so dass wir bis heute mit dem ungeheuren Repertoire an nutzbaren Anlagen geboren werden und diese je nach Kulturkreis abrufen können. In den unterschiedlichen Klimazonen und unter dem Eindruck verschiedener Kulturen werden verschiedene Überlebensmöglichkeit gebraucht. Ein Kind, das beispielsweise in einem richtigen Dschungel groß wird, entfaltet und trainiert andere Anlagen als eines das im Großstadtdschungel aufwächst.)

Das natürliche Matrifokal als Verstärker der menschlichen Intelligenz
Der Begriff menschenartgerecht‚ umfasst viele Aspekte und ist kein ideologischer Biologismus. Denn es gilt natürlich eines: die bio-organischen Grundlagen waren/sind zuerst da.
Daraus entwickelte sich eine für die Spezies sinnvolle natürliche Art zu leben. Und bevor die Mensch sich zum Kulturwesen spezialisierte und sich die Welt zu erklären begann bzw. sie ihrem Verständnis gemäß interpretierte, ging alles einfach nur naturgemäß zu. Gruppierungen, die von dem bisherigen Artverhalten abwichen, gingen vielleicht unter oder machten neue Erfahrungen, die auf Grund des spezifischen Erinnerungsvermögen und einer aktiven Kommunikation in das kollektive Gedächtnis eingingen. Durch die Entwicklung von komplexen Sprachen bekam das Kollektivgedächtnis (das auf intensive Sprachinteraktion schließen lässt) vermutlich eine besondere, zunehmend breiter angelegte, Bedeutung.
Kommuniziert wurde im unmittelbaren Nähe-Kreis, in Reichweite, also soweit die Sinne der Individuen reichten und nahestehende, sich angehörige Personen einander zugewandt austauschten. Die artikulierte Sprache wurde mehr und mehr zum nachhaltigen Effekt innerhalb der arterhaltenden Strategie. Der jeweilige Arterhalt (hier das erfolgreiche Aufziehen des Nachwuchses) setzt den individuellen, evo-biologisch angelegten Selbsterhalt voraus bzw. ist untrennbar mit ihm verknüpft (individuell und speziell beim Menschen auch als kollektive Strategie im Sinn von gemeinschaftlicher Verantwortung angelegt). Verantwortungsvolles Beachten und Unterstützen der angehörigen Gruppenmitglieder, den matrilinearen Sipplingen*, kommen dem Individuum genauso zu Gute wie der gesamten Gruppe. Die in der aktiven Schutzsphäre Matrifokal gebündelte Zuwendung der sich gegenseitig versorgenden Bezugspersonen lösten Synergieeffekte aus, die sich als Intelligenzfördernd erweisen.

(* …wahrscheinlich besonders intensiv beim Menschen, denn auch verschiedene Tierarten sind zu persönlichen Beziehungen fähig

Die maßgebliche arteigene Strategie des Überlebens der menschlichen Spezies ist das Zusammenleben der frühen Menschen in der mobilen Schutzsphäre eines natürlichen Matrifokal. Es ist wahrscheinlich die explizit abweichenste Varietät den anderen Säugetierspezies gegenüber, da beide (konsanguin verwandten) Geschlechter lebenslang in einer matrifokalen Fürsorgegemeinschaft personell eingebunden sind.
Da sich hier eine personenbezogene Angehörigenbindung etablierte, beruhend auf der intensiven Mutter-Kind-Bindung, bildete sich die, über ein Gegenwartsempfinden hinausgehende Zugehörigkeit unter den konsanguinen Verwandten (Ahninnenbewusstheit), das die Vergangenheit umfasst (kollektive Erinnerungen) und in die Zukunft reicht (abstraktes „Erinnern“ und die Fähigkeit zu planen). Diese Erinnerungeng (epigenetische/ererbt) werden ab einem gewissen Punkt zu einem bewusst registrierte Effekt, führte u.a. zu nachhaltiger verlässlicher Wiederholung innerhalb der Fürsorge-Gruppe.
Es wurde zum (menschlichen) Erbteil sich seiner Angehörigenbindung bewusst zu werden und drückt sich bis heute in dem Drang aus, einer Bindungs- oder zumindest Sozialgemeinschaft anzugehören* – es ist der essentielle Zugehörigkeitsdrang der Spezies Mensch, der auch u.a. das Überleben garantierte.
Dieses menschenspezifische Zugehörigkeitempfinden ist ein Ausdruck der arteigenen Überlebensstrategie und bildete die Basis für das matrifokal geprägte Kontinuum (Synonym für die mütterzentrierte, generationsübergreifende und geschwisterorientierte Fürsorgebereitschaft der gemeinschaftlich lebenden Menschenart).
Die Muttersippe stellt die Gruppierung, in der sich eine verfeinerte kulturelle Alltagspraxis und ein soziales Wertesystem entwickelte. Hier müssen wir, um es zu verstehen, an Gemeinschaften wie die Mosuo denken und nicht an unseren patriarchös zersetzenden Handlungsrahmen, in den der Mensch seit vielen Jahrhunderten schon als Kleinkinder eingepasst wird.

(*Die Suche nach vermissten Eltern oder anderen angehörigen Familien/Sippen-Mitgliedern ist ein deutliches Zeichen dafür. Das impliziert, dass auch der heutige Mensch noch immer latent auf Suche nach seinem zerstörten Matrifokal ist…

Unser urnatürliches und damit menschenartgerechte Gemeinschaftszusammenleben auf weiblicher Basis, fand also in überschaubaren Gruppierungen statt und scheint mir eine der erfolgreichsten Strategien des ‚im Arterhalt integrierten Selbsterhalt‚ des Lebens allgemein zu sein. Menschenmütter, die über keine Klauen oder Reißzähne verfügen und sich auf ihren zwei Beinen mit nur mit mäßiger Geschwindigkeit fortbewegen können, dabei vielleicht schwanger sind, stillen oder ein Kind an der Hand halten, könnten im urtümlichen Naturgeschehen im Alleingang kaum überleben. Die Sipplinge, beiderlei Geschlechts, bildeten die Fürsorgegruppe – Das Matrifokal – eine permanente, mobile Schutzsphäre um die Mutter-Kind-Einheiten. Das Wunder* der intelligenten Menschenheit begann innerhalb der konsanguinen Angehörigengruppen in mütterlicher Liniedem wohlgesonnenen und fürsorgenden Sippenverband, dem Matrifokal.
Diese naturgemäße Angehörigensippe, bestehend aus Großmüttern, Müttern, Schwestern, Brüdern, Töchtern und Söhnen, bildete die Schutzsphäre um den eigentlichen, den essentiellen Kern der Gemeinschaften: die Mutter und ihr Nachwuchs … und sie waren/sind primär durch Geburt miteinander verwandt. Sie wurden in ihre Sippe/Fürsorgegemeinschaft hineingeboren und verblieben in der Regel in diesem Bindungsgeschehen bis zu ihrem Tod.

(* wobei wir bedenken müssen, dass Intelligenz (komplexes Instinktverhalten mit Überlieferung von Erfahrungen) bereits vorhanden war … siehe all die andere intelligenten Spezies unserer Welt, einschließlich der Pflanzen…

Die menschlichen Ur-Gruppen beschützten sich im Bedarfsfall gegenseitig vor natürlichen Gefahren. Sie bildeten als dynamische Masse (räumlich und auch zeitlich) die bewegliche Sicherheitszone des Matrifokals für den noch hilflosen Nachwuchs. Hier entwickelte und wirkte das nachhaltige, dem Menschen eigene, Bindungsverhalten – der starke unwillkürliche Drang zur Angehörigkeit und dem Bedürfnis nach Identifizierung mit den Fürsorgepersonen und den anderen Sipplingen der Gruppe. Das bedeutet: verlässliche und dauerhafte Geborgenheit in einer Verwandtschaftsgruppe zu erfahren, ist ein Erbteil der Menschenart. So wie es auch für andere Spezies eine Strategie war/ist in ihren Bindungsgruppen – der Herde, dem Rudel, dem Schwarm oder anderen Formationen – zu überleben.
Wenn diese beiden Merkmale, der Drang zur Zugehörigkeit und die Identitätsverortung, in unserer heutigen anonymen Gesellschaftskultur nicht mehr richtig funktionieren, liegt es in der Regel nicht am Individuum, sondern an den kruden Verhältnissen in die es hineingeboren wurde und mit denen es sich arrangieren muss um zu überleben.
Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da!“ – ist ein Ausspruch von Harald Lesch, der sehr schön die seit Anbeginn bestehende Situation beschreibt. Jedes Individuum ist wie gesagt genötigt sich anzupassen und wir im hier und heute, sehen uns seit unserer Geburt mit einem Leben in einer etablierten Naturferne sowie der latent gewaltbereiten Patriarchose, aber ohne den artgerechten Schutz von (konsanguinen) Angehörigen konfrontiert. Das lebendige matrifokale Umfeld ist fast weltweit zerstört und diese unsere menschliche Grundlage wiederzubeleben und in ihr unseren Alltag zu gestalten, sollte ein dringendes Ziel unserer Gesellschaft werden.

Der Verlust des praktizierten, gelebten Matrifokals
Die Menschen lebten also im naturgemäßen „Paradies“ und erst sehr viele Jahrtausende später, mit der (Entdeckung und) Anwendung der strukturellen Gewalt durch Androkraten, der Entwicklung der Waffentechnik und der Unterdrückung anderer Lebewesen (Großtierhaltung und -zucht im großen Stil sowie Zucht der eigenen menschlichen Art), verunstalteten (gewaltbereite) „Alpha“-Männer den Rahmen und die innere Matrix des bisher praktizierten sozialen Gefüges in Form des matrifokalen Kontinuums.
Der naturgemäße Ablauf der homogenen mutterbezogenen Bindungsgemeinschaften wurde durch brutale Gewalt (u.a. später permanente Kriegsführung) und damit einhergehende ideologische Kompression (Entstehung der erst androzentrierten und später monotheistischen Religionen) durch die sich schnell und irreparabel entwickelnde Autokratien, weitgehend zerstört. Unter der Regie diverser Gewaltherrschaften begannen die (zusammengeführten und zum Teil nicht mehr unmittelbar mit einander verwandten) Menschen als anonyme Großgesellschaft zu agieren. Mehr und mehr wurden Individuen von ihren konsanguinen Fürsorgegemeinschaften separiert (Kriegsgefangene, Sklaventum, Handel mit Frauen und ein Heiratsmarkt für Töchter, die formal als „frei“ galten).
Vor allem die Frau verlor im sich bildenden Patriarchat ihre Selbstbestimmung und als Mutter ihren zentralen Platz in der Alltags- und Gemeinschaftskultur. Die naturgemäße Female Choice des Weiblichen (nicht nur die menschliche) wurde systematisch unterdrückt. Um selbst zu Überleben und um ihren Nachwuchs zu schützen, entwickelte die Mensch innerhalb der patriarchalen Strukturen in den, noch bestehenden weiblichen Subkulturen, Verhaltensweisen, die bis heute greifen und die ich dem kollektiven Stockholmsyndrom zuordne.
Das Matrifokal, die Habitatform der Matrifokalität, wurde als menschenartgerechte, organisch entstandene Überlebensweise, sukzessive aber vor allem gewaltsam, aus dem Alltag der Menschengemeinschaften gedrängt und dem Vergessen anheim gegeben, jedoch ist und bleibt die Matrifokalität und daraus entstandene ursprüngliche Alltagsform das Matrifokal, die Basis unseres (humanen) Menschseins.


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