Das Menschenkind braucht keine Eltern

…ein Kommentar zu dem Begriff Elternschaft:

Was wir imho dringend brauchen, ist eine genauere Betrachtung der Begriffe Eltern, Elternschaft, Elternpaar, Elternarbeit usw.
Eltern ist, genau wie Familie, im heutigen Sprachgebrauch der patriarchös getakteten Gesellschaft ein Selbst-, ein Durchläufer. Kaum jemand hinterfragt die tiefere Bedeutung und die Herkunft des Begriffes Eltern. Unter Eltern versteht die patriarchale Lobby das idealisierte Bild einer durch Vatergewalt induzierten Allianz von einem Mann/Vater mit einer Mutter und ihrem Kind!
Die Eltern sind ein Pluralbegriff, für den es eigentlich kein wirkliches Singular gibt (man experimentiert mit das Elter). Die Eltern sind als Paar angelegt, hervor gegangen aus dem Ehe-Paar-Konzept. Aber tagtäglich trennen sich Elternpaare und seit auchTrennung zur gesellschaftlich anerkannten Norm geworden ist, wird ebenso verzweifelt daran gebastelt das Elternpaar als gesellschaftlichen Wert zu erhalten.
Aber wenn die beiden beteiligten Personen, die in ihrem Privat- und Liebesleben keine Einheit mehr bilden, nur noch in Bezug auf das Kind ein nahezu mythisches Bündnis zelebrieren müssen, wird von allen Beteiligten fast übermenschliches verlangt. Beide sollen, auch gegen alle praktische Vernunft, „an einem Strang zu ziehen“.
Das intakte Elternpaar, das über die Trennung eines Partnerschaftspaares hinaus, erhalten bleibt, ist die neue Heilige Kuh der modernen Vaterideologie.

Daher denke ich, wir brauchen dringend hierzu Definitionsarbeit um das dogmatische Verständnis von Elternschaft im Sprachgebrauch und die unheilige Allianz von Partnerschaftspaar und Elternpaar aufzubrechen. Ob Elternschaft, Eltern oder ‚elders‘ oder Älteste – alle sind Bezeichnungen die aus dem Vokabelfundus der Patriarchalität hervorgingen – die „Ältesten“, die Patriarchen, waren irgendwann jenseits des gemeinschaftlichen Konsens, die Organisatoren, die Controller, die Herrschaftsriege – was eine Machtinstanz beschreibt.


Elternschaft ist ein Mann und eine Mutter mit Kind. Diese Installation etabliert sich heute als modere Abstraktion von Fürsorge, die auf das Kind bezogen, sich im Zustand einer Mini-Lebensgemeinschaft befindet – die auf die Kernfamilie geschrumpfte Patrilokalität-Familie – und damit die gesellschaftlich kreierte und heute bevorzugte Wohnform Kleinfamilie beschreibt.

Familie und Elternschaft als allgegenwärtige Begriffe verdrängen nachhaltig die Erinnerung (wenn sie denn überhaupt in der Patriarchose zugelassen wird) an die dringend benötigte fürsorgende Muttergemeinschaft – den evolutionierten menschenartgerechten Sozialraum unserer Spezies.

Elternschaft war historisch gesehen bis vor kurzem das Besitzrecht des Vaters und seine gesicherte Erziehungsgewalt.

Elternschaft schließt selbstverständlich immer den Mann/Vater ein, gleichgültig ob es der genetische oder ein sogenanntr sozialer Vater ist. Diese Kombination zweier (nichtverwandter) Erwachsener, ist bei weitem nicht das, was die matrifokale Muttersippe als unsere benötigte artgerechte Fürsorgegemeinschaft ausmacht.

Die bevorzugte Zweierkonstellation Elternpaar kann eigentlich keinem Menschenkind gerecht werden. Und so hart oder unverständlich es für manche derzeit klingen mag: unser Nachwuchs, das Menschenkind, braucht keine Eltern!

Es benötigt vielmehr Mütter, Großmütter, Geschwister, Muhmen und Oheime – mit einem Wort – das Matrifokal

3 Gedanken zu “Das Menschenkind braucht keine Eltern

  1. Chris

    Ist die Fokussierung auf die Kleinfamilie möglicherweise auch eine der Ursachen für die Konflikte innerhalb dieser Familie? Man kann kaum ausweichen, man gluckt aufeinander, Kinder können sich keinen Rat oder Trost bei anderen holen usw. Wie sehr blühen manche Menschen auf, wenn sie die Ursprungsfamilie verlassen, und sie sich eine Wunschgemeinschaft zusammenstellen.

    1. Nina

      Die Fokussierung auf die Kleinfamilie war einer der Schritte zur „Trennung“ der Menschen/Natur zueinander. Durch eine im Verstand vollzogene erzwungene Wahrnehmung der anderen als „gleich“ „ungleich“ „höher“ „tiefer“ wurde es möglich, dass unterschiedlich projiziert wurde. Die Trennung ermöglichte das „Gegeneinander“ und schuf unsere heutigen zahlreichen Kategorien, um „getrennt“ zu sein. Der Beginn lag in der Entwicklung des bewussten Denkens, in dem zunächst eine verständische Trennung von Mensch zu Tier erfolgte, später dann von Mensch (bezeichnet immer Mann heute) zu Frau, dann Hautfarbe und heute letztendlich in Wörtern, die sich eine Person zuschreibst und über die sich ihre ICH-Identität definiert. Religion, Nation, Fußballverein usw. abhängig vom Kontext (dazu Franz ruppert “wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft” und “Autonomie und Symbiose). Das verläuft verständisch nicht nur horizontal, sondern auch vertikal und gemischt. Das Respektieren des Älteren, mit dem auch immer der Mann gemeint ist, wird als Regel aufgestellt, um zu verdeutlichen, dass es keinen Respekt des älteren zum jüngeren gibt. Das ist insoweit zum Erhalt des Patriarchats notwendig, damit der jüngere Mann nicht in seinem von der Natur aus intendierten Balzverhalten um die Frau, nicht mit dem „alten“ konkurriert, bzw. verschleiert wird, dass der junge Mann für die Frau rein biologisch anziehender ist. Das soll Machterhalt der älteren Männer sichern, welche sonst nichts mehr zu sagen hätten, da jüngere ihren Platz einnehmen würden. Das ermöglicht wiederum, dass der Sohn sich gegen die Mutter wendet. Die Kleinfamilie, ist eine Separierung der Kinder und der Frau zu anderen, der Mann dieser Gemeinschaft ist zunehmend in einer Auswegslosigkeit, da ihm das konkurrieren mit den alten untersagt ist und er so unselbstständig ist, dass eine einzelne Frau mit seiner Pflege überfordert ist. Daher sehen wir in besitzkulturen wie religiösen Gemeinschaften wo es größere Familien gibt und mehr Möglichkeit innerhalb dieser für Sex und Gewalt gegen Kinder und Frauen, mehr getrennte gewaltbereiche. Der religiöse Mann kann in seiner Großfamilie seine Unterdrückung durch Gott Vater gegen Frau und Kinder leben, gleichzeitig wird er von all diesen versorgt. Hier bricht das weg und daher wächst auch der Kinderhandel und die Folter an fremden Frauen. Wir sind schon in der entpatriarchose. Denn weitere Trennung gehen nicht mehr. Die Frau vermännlicht aus der Not heraus. Die Kinder sind zunehmend emotional und physisch nicht überlebensfähig .

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s